Tag 24: Dranbleiben!

Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber meine Stärke war Dranbleiben noch nie so. Momentan mache ich mir wieder viele Gedanken, wie ich mich darin noch ein bisschen verbessern könnte.

Ich bin ein ganz typischer Kreativling, nicht nur im Job. Ich habe hunderttausend Ideen und Inspirationen und fange schnell Feuer. Dann bin ich mit ganzer Seele dabei und liebe auch was ich tue. Doch nach einer Weile wird mir sehr schnell langweilig und die nächsten tollen Ideen hüpfen in meinem Kopf schon munter im Kreis. Das ist ein typisches Problem kreativer Menschen. Ein ständiger Spruch meiner Eltern war schon immer „Mach doch erstmal das hier zuende, bevor Du etwas Neues anfängst!“

Inzwischen bekomme ich mich meistens halbwegs diszipliniert. Ich beginne nur noch eingeschränkt viele Dinge auf einmal und zwinge mich dann auch, eine Sache abzuschließen, bevor ich mich in die nächste stürze. Aber mit dem Herzen bin ich da dann oft nicht mehr dabei, was zumindest im Hobby-Bereich ja eigentlich auch dumm ist. Aber 500 angefangene Dinge rumliegen zu haben stört mich noch mehr. Also ist dieser Weg im Moment für mich noch der beste. Wie löst Ihr das für Euch?

Das Projekt hier ist aktuell ja schon eine meiner größten „Dranbleiben“-Übungen. Jeden Tag schreiben, auch wenn man gerade keine Lust hat, ganz andere Ideen im Kopf oder auch schon wieder unsicher ist, ob man das hier überhaupt so machen möchte. Gar nicht so einfach. Aber mein Sturschädel würde es nie zulassen, das hier abzubrechen. Schon aus Prinzip nicht. Ohne meinen Sturschädel hätte ich wahrscheinlich in meinem Leben noch gar nichts abgeschlossen :D.

Im Arbeitsbereich sind meine Schwierigkeiten hier nicht so groß, denn hier ist mir klar: Projekte müssen halt fertig werden, sonst kommt auch kein Geld. Das gelingt mir auch ganz gut, auch wenn mein Kopf hin und wieder schon längst wieder zu etwas anderem gewandert ist. Das macht nicht immer Spass, aber dafür ist es eben auch Job und nicht Freizeit.

Aber wie könnte man das im Freizeitbereich „besser“ machen?

Ich mag das Gefühl sehr, Dinge zu vollenden und bei meinen kreativen Hobbies hat man den größten Effekt ja auch einfach, wenn Objekte fertig gestellt sind. Im Moment löse ich das für mich so, dass ich maximal drei Dinge gleichzeitig starte. Und immer wenn eine Sache fertig ist, kann ich wieder eine neue dazupacken. Ich suche mir hier auch meist drei recht unterschiedliche Sachen aus. Das ist immerhin schonmal ein ganz guter Anfang, denn so habe ich Abwechslung.

Doch so ganz zufrieden bin ich damit noch nicht. Zum einen kann ich von den vielen vielen Ideen sowieso nur einen mini mini Bruchteil überhaupt beginnen, was mich oft traurig macht. Zum Anderen verbringe ich meine Freizeit auf diese Weise oft ein bisschen mit Zwang – dem Zwang etwas fertig zu machen, bevor ich das mache, worauf ich eigentlich gerade Lust habe. Ihr versteht meinen inneren Konflikt?

Hier habe ich einfach noch keine gute Lösung gefunden. Habt Ihr welche?
Entweder alles liegt voll mit unfertigen Dingen..
Oder ich zwinge mich Dinge fertig zu machen, obwohl ich gerade gar nicht so die Lust darauf habe..

Unabhängig von meinen Hobbies ist das Thema „Dranbleiben“ auch bei allen möglichen anderen Aktivitäten ein großes für mich. Sport machen auf Dauer.. Lernprojekte durchhalten, auch wenn sie nicht mehr neu und spannend sind.. Webseiten pflegen, auch wenn sie mir nicht mehr wichtig sind.. Selbstfürsorge.. Haushaltspläne.. Planungshilfen.. etc. pp.
Das ist so ein wichtiges Thema und doch bin ich hier für meine Verhältnisse echt ganz schön ratlos. Vielleicht hat jemand von Euch Tipps? Wie macht Ihr das?

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