Tag 22: Der Zeuge – ein praktisches Hilfsmittel

Manchmal kann es nützlich sein, für Vorhaben die einem schwerfallen einen „Zeugen“ einzusetzen. Was ich damit meine könnt Ihr hier heute lesen.

Ihr erinnert Euch ja bestimmt an mein Thema von gestern zum inneren Schweinehund. Dort habe ich erwähnt, wie schwer es mir aktuell fällt, die Bewegung in meinen Alltag zu integrieren.

Nun habe ich meinem Schweinehund ja angedroht, dass ich mich heute trotz seiner Beschwerden bewegen werde. Oooooh, was hat er sich beschwert! Seine Argumente waren auch gar nicht so schlecht, ich war doch so müde und meine Schmerzen gerade so stark und ich hatte so viel zu tun. Aber ich habe es trotzdem durchgezogen. Ich muss zugeben, es fiel mir heute auch unabhängig von dem Thema sehr schwer. Meine Wirbelsäule ähnelt im Moment was die Flexibilität betrifft eher einem dicken Stahlträger als einem beweglichen Rückgrat. Also umso wichtiger, hier wieder Bewegung ins Spiel zu bringen.

Der Hauptgrund dafür, dass ich mein Vorhaben heute umsetzen konnte, war, dass ich mir bewusst selbst Druck aufgebaut habe

Ich habe gestern sehr bewusst hier geschrieben, dass ich heute Yoga mache. Denn sobald man andere Leute ins Boot holt, fühlt es sich noch viel blöder an, wenn man es dann doch nicht tut. Sich selbst zu veräppeln ist sehr einfach; darin sind wir alle unfassbar talentiert. Aber wenn andere Menschen Bescheid wissen, ist das weitaus unangenehmer und man möchte ja auch niemanden anlügen.

Wie nutzt man diese Technik möglichst erfolgreich für sich?
  • Zuallererst musst du wissen, was Du möchtest
  • Weißt Du dies, suche dir einen „passenden“ Zeugen
  • Je „fremder“ der Zeuge und je mehr davon, umso mehr Druck wird erzeugt
  • Das Maximum an Druck entsteht durch Öffentlichkeit, also wie jetzt bei mir im Blog, oder auch z.B. in Social Media
  • Für moderateren Druck weihe zum Beispiel nur Deinen besten Freund/Freundin ein
  • Stelle klare Regeln auf: soll Dein Zeuge nachfragen oder nur „Mitwisser“ sein? Was passiert, wenn Du nicht tust was du vor hattest?
  • Bei manchen helfen auch Strafen/Belohnungen, für die der Andere dann quasi der Schiedsrichter ist
  • Das Beste: Gibt es in Deinem Umfeld vielleicht Menschen, die das gleiche Vorhaben haben, mit denen Du dich zusammenschließen kannst? Dann helft Euch gegenseitig auf diese Weise!
Ein ganz wichtiger Punkt noch für Menschen mit Depressionen oder ähnlichen Problematiken:

In depressiven Phasen oder wenn einem allgemein gerade einfach alles zu viel ist, kann Druck auch sehr kontraproduktiv sein, wenn er zu hoch wird. Hier musst Du sehr gut auf Dich hören, in welchem Rahmen es Dich weiterbringt und wo es Dich nur runterzieht.
Wenn man sich in solchen Situationen zu sehr unter Druck setzt, passiert nämlich das genaue Gegenteil: Man fühlt sich noch viel schlechter und unfähig, zu nichts nütze und wie das Allerletzte.
Deshalb achte gut auf Dich. Wenn Du Dir unsicher bist, sei lieber vorsichtig mit dieser Technik. Wenn Du sie benutzen willst, taste Dich langsam heran. Nimm Dir zum Beispiel eine gute Freundin oder Deinen Partner als Zeuge und mache auch mit ihm ab, dass es nicht schlimm ist, wenn es nicht klappen sollte. Wenn dem wirklich so sein sollte: Sag ihm vorher, wie er Dich hier dann unterstützen kann. Er kann Dich danach auch gut wieder aufbauen.
Finde Deine eigenen Regeln, die gut für Dich sind!

 

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